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Interview mit Dr. Lunow zum Thema Hashimoto-Thyreoiditis

Das Interview mit Dr. med. Reinhold Lunow (Leiter des Schilddrüsenzentrums Praxisklinik Bornheim) informiert über die Ursachen und Symptome der autoimmunen Schilddrüsenentzündung und gibt Empfehlungen zur Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis.

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44 Kommentare

  • Dodo sagt:

    Vergleich
    Beides selbe Ref Werte

    1,5 Novothyral 75
    Abend vorher und morgens keine Tablette genommen
    Tsh 0,36 Ref 0,4-4
    T3 2,2 Ref 2,0- 4,2
    T4 0,8. Ref 0,8-1,7

    Erhöht auf 2 Novothyral 75 + 400 Jod
    Abend vorher und morgens Tabletten genommen
    TSH 0,2
    T3 2,9
    T4 1,1

    BSG 28

  • Andreas sagt:

    Guten Tag, sehr geehrter Dr. Lunow,
    seit langem leide ich, männl. Bj. 1966, unter starker Müdigkeit, Konzentrationsproblemen……..
    Doch vom Hausarzt wurde darauf nicht reagiert……höchstens so Sprüche:…..“dann braucht Ihr Körper wohl mehr Schlaf……“
    2017 kam durch Blutwerte zufällig zum Vorschein, dass mein Testosteronwert zu niedrig und Prolaktin zu hoch sei……..MRT…….kleines Hypophysenadenom…….Überweisung zum Endokrinologen………erst Norprolac dann Dostinex………davon sollte auch die Müdigkeit verschwinden…..Testosteron und Prolaktinwert kamen in den Sollbereich……….Müdigkeit blieb……Dez. 2018 erneutes MRT……………das Adenom war kleiner geworden…………der Endokrinologe meinte, der Schilddrüsenwert sei auch nicht ganz optimal……………..Dostinex wurde abgesetzt, statt dessen L-Thyroxin 75………….nach 2 Monaten erneute Kontrolle beim Endokrinolgen, die Müdigkeit war weiter geblieben. L-Thyroxin wurde ebenfalls abgesetzt…………………vorerst keine endokrinologische Kontrolluntersuchung mehr erforderlich……………
    Ich versteh nur Bahnhof. Wenn das Adenom von Dostinex kleiner wurde, wieso wird dann nicht weiter damit behandelt.
    Die extreme Müdigkeit interessiert überhaupt keinen.
    Nun starke Schmerzen in den Kniegelenken……..der Orthopäde erkundigte sich nach dem Allgemeinbefinden und empfahl einen Endokrinologen auf zu suchen um zu prüfen ob ich evtl. Hashimoto hätte……………. frühester neuer Termin nun zu Hashimoto, beim Endokrinologen in etwas über einem Jahr…………..
    Jetzt lese ich im Zusammenhang von Hashimoto immer von TSH, fT3, fT4……
    diese Werte stehen ja in 3 Berichten vom Endokrinologen im Zusammenhang mit dieser Adenombehandlung.
    Können Sie mir anhand dieser „alten“ Werte evtl. sagen ob man Hashimoto bei mir ausschließen kann oder ob der Verdacht des Orthopäden evtl. stimmen könnte.
    17.05.2018 nach 5 Mon. Norprolac..fT3 – 3,2….fT4 – 8,5…..TSH – 3,94
    17.07.2018 inzw. auf Dostinex umgestellt….fT3 – 2,7…..fT4 – 8,5…TSH – 3,35
    21.01.2019 nach 2 Mon. L-Thyroxin 75…..fT3 – 2,9……fT4 – 10…..TSH – 1,39
    wie gesagt, wurde dieses L-Thyroxin dann aber wieder ohne Erklärung sofort abgesetzt.
    Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir einen Tipp geben könnten, denn ich habe langsam Angst meine Arbeit zu verlieren. Mein Chef hat mich schon mehrfach zum Arzt geschickt, weil ich so müde, vergesslich, usw. bin, aber ich komme einfach nicht weiter………
    Viele Grüsse
    Andreas

    • Sie sollten die Schilddrüsenantikörper bestimmen lassen, ein Ultraschall der Schilddrüse ist ebenfalls notwendig.
      Sollte sich der Verdacht auf Hashimoto bestätigen brauchen Sie Thyroxin und der TSH muss auf Werte unter 1,0 gesenkt werden.

      Dr. med. Lunow

  • Sabine sagt:

    Guten Tag, Dr Lunow,
    sie schreiben, dass ft4 und ft3 immer im Referenzbereich liegen müssen. Ich bin bei einem Endokrinologen, der meint, ft4 dürfe ruhig etwas erhöht sein (das schadet nicht), wichtig ist, dass ft3, das im Refrenzbereich liegen sollte, ausreichend vorhanden ist. Ich konnte dies auch in Fachartikeln von HenryH. Lindner und Toft nachlesen. Studien kamen zu dem Ergebnis dass Patienten mit einer euthyroiden Stoffwechsellage, die Hormone einnehmen, höhere ft4 Werte hätten und manchmal auch erhöhte ft4 Werte notwendig seien, um genügend ft3 zu bilden und das hätte, wenn sich ft3 im Referenzbereich befindet, keien negativen Auswirkungen auf Herz und Knochenstoffwechsel.
    Was meinen Sie dazu.

  • Carmen S sagt:

    Guten Tag, Dr. Lunow,
    ich habe seit ca. 12 Jahren Hashimoto (diagnostiziert). Seit ca. 14 Monaten bin ich nicht richtig eingestellt, wie mir scheint. Aktuell bin ich müde, habe die berühmte Watte im Kopf, bin schnell erschöpft. Bis OKt. 2017 habe ich auch noch Thybon genommen. Wurde mir von einer Fachärztin in Heidelberg verschrieben. Mein Gefühl ist, dass es mir mit Thybon besser ging. Nun möchte ich es aber nicht „einfach nur so“ nehmen. Habe mich eingelesen und vermute, dass ich ggf. eine Umwandlungsstörung habe. Meine aktuellen Werte von letzter Woche: TSH: 0,7 (gut, denke ich). FT3: 2,8 (Ref. 1,5-4,2)=48% (Rel. Wert). FT4: 15,9 (Ref. 8-17) =88%. Die Werte liegen doch weit auseinander. Wollte jetzt noch Ferritin und CRP checken lassen. Falls Ferritin gut ist, kann ich von einer Umwandlungsstörung ausgehen?!? Ich wäre für eine Rückmeldung dankbar! viele Grüße, Carmen Schremmer

  • Dodo sagt:

    Ich habe eine Frage.
    Wie kann es sein, dass TSH T3 und T4 im Keller sind?
    Normalerweise wäre TSH doch hoch und die beiden dann niedrig, oder ?
    TSH 0,36 Ref 0,4-4,0
    T3 2,2 Ref 2,0-4,2
    T4 0,8 Ref 0,8-1,7
    Nehme Novothyral 75 (1,5 Stück)
    Fühle mich aber Mega kaputt und schlapp

    • Die Werte sind tatsächlich ungewöhnlich. Ich würde in der Therapie einen Neustart durchführen und zunächst ausschließlich mit Thyroxin substituieren. Sie könnten mit einer Dosis von 150 Thyroxin anfangen.
      Die Dosis sollte so weit gesteigert werden, dass der TSH nahe Null ist. Wenn dann T3 immer noch im unteren Bereich ist, könnte zusätzlich Thybon gegeben werden. Gegebenenfalls sollte dann die T4 Dosis wieder reduziert werden. Entscheidend ist aber immer, dass Ihre Symptome sich bessern. Der TSH kann nahe Null sein,T3 und T4 sollten dabei jedoch nicht oberhalb des Normbereiches liegen.

      Dr. med. Reinhold Lunow

      • Dodo sagt:

        vielen herzlichen Dank
        angeblich funktioniert die Umwandlung bei mir nicht, daher sind wir damals von Thyroxin auf Novothyral umgestiegen.

        und bei diesen Werten sagen die Fachärzte es wäre doch alles gut, aber so kann man sich nicht gut fühlen.
        musste, um überhaupt den tag überstehen zu können die tabl. selbst erhöhen,
        ich konnte einfach nicht mehr.

      • Dodo sagt:

        Vielen Dank für die ausführliche Antwort 🙂 endlich mal ein Arzt, der auch nach dem Wohlfühlen geht.
        Ich habe meinen Alltag nicht mehr meistern können und musste auf 2 Novo erhöhen. Sonst schlafe ich bei der Arbeit immer ein oder bin nur am heulen.
        Mein TSH (hatte jedoch morgens 1 Novo genommen ) ist bei 0,2. den Rest interessiert ja leider selten .
        Puh ehrlich gesagt traue ich mich bald schon gar nicht mehr rum zu probieren 🙁
        bei mir funktioniert die Umwandlung wohl nicht daher der Wechsel von thyroxin auf Novo.
        Ist es schädlich wenn ich nun Jod einnehme ?

  • Anna sagt:

    Lieber Herr Dr. Lunow,

    seitdem ich 7 Jahre alt bin leide ich unter Hashimoto-Thyreoiditis. Es war immer schwierig mich einzustellen und gerade während der Pubertät wurde die L-Thyrox-Dosis häufig verändert. Aktuell nehme ich 125 mg ein. Ich bin mindestens 10x im Jahr krank, liege dann mit starker Grippe lange flach. Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Kälteempfindlichkeit, starke Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen, trockene Haut, Magen-Darm-Probleme, sowie eine verminderte Libido bestimmen meinen Alltag. Ich habe nun mehrfach meinen Hausarzt gewechselt, weil ich nie ernst genommen oder richtig behandelt wurde. Leider war es mir nicht möglich einen Termin bei Ihnen zu bekommen, aber ich hoffe, dass Sie mir dennoch helfen können. Ich ernähre mich jetzt seit einigen Wochen glutenfrei und vegan. Meine Bluttests zeigten weder einen Eisen-, noch einen Vitamin D3- bzw. B12-Mangel auf. Das erscheint mir ungewöhnlich. Sollte ich trotzdem zu Nahrungsergänzungsmitteln, wie z. B. Selen greifen? Wie kann ich mein Immunsystem stärken? Ich bin Ihnen für jeden Tipp dankbar. Viele Grüße.

    • Sie sollten Ihr TSH-Wert auf Werte zwischen 0,3 und 1,0 einstellen lassen. Wenn es darunter immer noch keine Besserung gibt wäre auch ein Versuch mit einem TSH-Wert von 0 indiziert. Dabei sollten die Werte von T4 und T3 jedoch immer noch im Normbereich bleiben. Durch Selen kann das Immunsystem in Einzelfällen gestärkt werden. Ich würde ein Therapieversuch hiermit starten. Sie können auch noch versuchen, Gluten wegzulassen. Andere Nahrungsergänzungsmittel würde ich nicht empfehlen.

      Dr. med. Reinhold Lunow

  • Doris sagt:

    Liebes Praxis-Team,

    ist durch Novothyral eine vermehrte Wassereinlagerung möglich ?
    Ich habe meine Dosis erhöht und ca. 4 kg Wasser eingelagert und bin nun auf der Suche nach möglichen Ursachen.

  • Eine Operation führt in der Regel nicht zu einer leichteren Therapie-Einstellung. Die Probleme bleiben meist, deshalb raten wir Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis auch nur im absoluten Ausnahmefall zu einer Operation. Ich kann Ihnen leider nur raten, weiter zu versuchen mit L-Thyroxin und Thybon eine zufriedenstellende Einstellung zu erreichen. In erster Linie sollte darauf Ihre Symptomatik geachtet werden. Die Schilddrüsenwerte T4 und T3 sollten nicht außerhalb der Norm liegen, wobei das TSH durchaus auch niedrig sein darf.

    Dr. med. Christian Lunow

  • S. Adam sagt:

    Guten Tag,

    kann Hashimoto Thyreoditis auch durch EBV (evtl. chronisch) verursacht worden sein? Wenn ja,, ist dann die Therapie möglich oder anders?

    Vielen Dank schon mal.

    • Hashimoto-Thyreoiditis kann zwar im Prinzip durch jede Infektion ausgelöst werden, eine EBV Infektion ist jedoch keine typische Ursache. Die Therapie ändert sich hierdurch nicht.
      Eine chronische EBV-Infektion wird gerne als Erklärung für anhaltende Beschwerden wie Müdigkeit und Erschöpfung genommen. Meist handelt es sich jedoch um erhöhte IgG-Antikörper gegen EBV ohne Krankheitswert.

      Dr. med. Christian Lunow

  • Kathrin sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Lunow,

    ich habe eine Frage: als ich eine Lebensmittelvergiftung (Campylobaktor) hatte, wurden bei der Blutuntersuchung gleich ein Gesundheitscheck inclusive SD- Werte gemacht (hatte mein LT kurz davor genommen) Ich habe Hashimoto. Die Werte waren dabei ziemlich durcheinander. TSH 0,18 Das fT3 lag bei 2,26. (2 – 4,4) der fT4 bei 2,01 ( 0,93 – 1,70). Sonst war der fT4 immer in der Norm für und der fT3 nicht so niedrig. Jetzt soll ich meine LT Dosis reduzieren. Ich nehme die Dosis so schon sehr lange und hab eigentlich die Frage, ob eine BU unter den Umständen (hatte übelst Durchfall/Blut im Urin) überhaupt aussagekräftig ist oder macht das keinen Unterschied.

  • Kerstin M. sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Lunow,

    bei mir wurde Hahsimoto diagnostiziert (TSH = 7,26, T3 = 3,7 Norm: 3,5-8,1 und T4=11,6 Norm, 10-25). Meine Schilddrüse ist mit einem Volumen von 3 ml sehr klein. Zudem wurde ein deutlicher Vitamin B12 Mangel bemerkt (Wert = 272 Norm 300-950). Mir wurde nun l-thyroxin 50 verschrieben. Ich merke, dass wenn ich das Medikament nicht nehme die typischen Symptome einer UF habe, die sich bessern sobald ich l-Thyorxin einnehmen jedoch verspüre ich mehrmals am Tag vorallem Morgens, wenn ich friere oder müde bin ein starkes Kribbeln in den Zehen, das ich definitiv nicht habe, wenn ich keine Schilddrüsenhormone einnehme (Habe dies getestet indem ich die Schilddrüsenhormone kurz abgesetzt habe, so war das Kribbeln nach ca. 10 Tagen ganz verschwunden und begann wieder ca. 7 Tage nach erneutem Beginn des l-Thyroxins. Ich wollte fragen ob hierbei evtl ein Zusammenhang zwischen dem Vitamin B12 Mangel (wofür ich nun Spritzen erhalte) und der l-Thyroxin Zufuhr besteht? Wird evtl der Mangel durch ein „besseres“ Funktionieren des Stoffwechsels verstärkt, da ein Vitamin B12 Mangel ja bekanntlich Kribbeln in den Glieder auslösen kann? Ich würde mich sehr über eine Antwort von Ihnen freuen, da ich langsam nicht mehr weiter weiß..es wurden schon MRTs gemacht um etwaige andere Erkrankrungen auszusclhießen die alle ohne Befund waren, auch ein Blutzuckertest wurde gemacht, der auch in Ordnung war.

    • Ich könnte mir vorstellen, dass Sie mit Ihrer Idee Recht haben, dass also ein besseres funktionierendes Stoffwechsels die Symptome wahrnehmbarer machen. Möglicherweise liegt eine periphere Polyneuropathie (PNP) vor. Hierfür gibt es außer dem Vitamin-B12-Mangel noch zahlreiche weitere Ursachen. Sie sollten dies bei einem versierten Neurologen und einem Internisten abklären lassen. Außerdem sollten Sie eine Magenspiegelung machen lassen, um eine atrophische Gastritis ausschließen zu lassen.

      Dr. med. Christian Lunow

      • Kerstin M. sagt:

        Sehr geehrter Herr Dr. Lunow,

        Vielen Dank für Ihre Antwort. Eine PNP würde durch wiederholte Messungen der NLG und anhand von Reflexmessungen bereits von einem Neurologen ausgeschlossen. Ja, meinen Sie dass bereits im jungen Alter eine Magenspiegelung durchgeführt werden sollte? Viele Grüße

  • Taschi sagt:

    Sehr geehrter Herr Lunow,
    ich habe Hashimoto und UF.
    Seit ca. 6 Monaten fast identische FT3 und FT4 Werte, ganz gleich ob ich mein SD Hormon der Klösterl, erhöhe oder senke. Ich nehme ausschließlich NDT, da ich Thyroxin nicht vertrage.
    TSH entweder nicht meßbar oder TSH wie jetzt aktuell hoch 3,81 ( 0,27-4,20),
    FT3: (2,0-4,40) 4,7
    FT4: (9,30-17,33) 13,06
    Ich habe Ohrennrauschen, Gewichtszunahme und Zystenbildung im Körper.
    Ich bin verunsichert, da egal wie ich erhöhe oder senke, keine positive Veränderung eintritt und ich sorge um meine Leber bzw. meines Herzens habe.
    Über eine Einschätzung wäre ich Ihnen sehr dankbar!
    Mit freundlichen Grüßen

    • Wir behandeln nur sehr selten mit natürlichen Schilddrüsenhormonen, da wir in weit über 90% eine gute Einstellung mit Thyroxin erreichen. Schwankende TSH Werte unter gleichbleibender Therapie kann ich mir nicht erklären. Vielleicht versuchen Sie es doch noch mal mit Thyroxin, denn eine zufriedenstellende Einstellung haben sie mit der NDT wirklich nicht erreicht.

      Dr. med. Reinhold Lunow

  • Krissy sagt:

    Ich habe mal eine Frage zum Gluten.
    Ich habe meine Nahrung aufgrund verschieder Beschwerden (Müdigkeit, Watte im Kopf) und trotz guter Werte umgestellt.
    Ich habe das Gluten reduziert, nicht gänzlich gestrichen. Nun habe ich den Eindruck, dass es mir tatsächlich besser geht.
    Verändert dies auch meine Werte, nicht das ich dann in eine Überdosierung komme. Fühl mich fast schon so.

    Vielen Dank für diese Möglichkeit, antworten zu erhalten.
    Kristiane

  • KathrinLucky sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Lunow,

    ich war heute bei einer Schilddrüsenärztin hier vor Ort, die nur privatärztlich arbeitet. Da es mir zur Zeit nicht gut geht, bin ich auch bereit für eine gute Behandlung und Diagnostik zu bezahlen. Aber nach meinem ersten Besuch bin ich jetzt total verwirrt.
    Sie sagt, ich wäre total überdosiert (TSH 0,15/ fT3 3,26 Refwert 2 – 4,4/fT4 1,49 Refwert 0,93 – 1,7). Jetzt bestünde Gefahr auf Herzkrankheiten und Osteoporose. Aber ich fühle mich unterdosiert. Das wäre, weil mein Körper sich schon an die Überdosierung gewöhnt hätte. Ob der schlechte fT3 Wert nichts damit zu tun hätte, wurde mit Nein beantwortet. Dieser Wert wäre der Unwichtigste. Der TSH wäre ausschlaggebend. Es gäbe zwar Menschen mit Umwandlungsproblemen, aber das würde man schon als Baby bemerken. Ich bin jetzt total verunsichert und möchte nicht vom Regen in die Traufe kommen. Können Sie dies so bestätigen?
    Meine SD hat nur noch 3ml und stellt selbst keine Hormone mehr her. Mir wurde eine Reduzierung der Hormone empfohlen und durch den Entzug müsste ich durch. In der Schwangerschaft war ich nur auf freie Werte eingestellt. Die waren immer so im obersten Drittel und der fT3 auch mal fast unter der Norm. Aber da der TSH immer bei 0,15 lag, wäre es ein Wunder, dass mein Kind nicht abgegangen sei, da ich überdosiert gewesen sei.

    Können Sie mir da eine Zweitmeinung geben? Ich hab momentan das Gefühl, dort nicht gut aufgehoben zu sein. Aber mir fehlt da natürlich das Fachwissen.

    • Ich gehe davon aus, dass sie eine Hashimoto-Thyreoiditis haben. Explizit haben sie dieses nicht geäußert. Patient mit dieser Autoimmunerkrankung der Schilddrüse haben in der Regel die wenigsten Symptome mit einem TSH zwischen 0,3 und 1,0, wobei ich jedoch immer wieder erlebe, dass ein noch stärker supprimiertes TSH die Symptome nochmals verbessert. FT4 sollte im oberen Normbereich liegen ihr Wert von 1,49 dazu passen. Insgesamt gesehen sind der Voraussetzung, dass Sie eine Hashimoto-Thyreoiditis haben, ihre Werte nicht im hypertonen Bereich. Es ist richtig, dass man aufpassen muss, dass man durch die Therapie am Rande der Funktion keine Osteoporose Neigung verstärkt. Dies ist aber problemlos durch Osteoporosemessungen möglich. Außerdem sollten Sie auf einen ausreichenden Vitamin D Spiegel und eine genügende Kalziumzufuhr (natürliche Calcium quellen wie zum Beispiel Mineralwasser). Mit einem EKG und eine Echokardiografie in jährlichen Abständen kann eine Herzerkrankung ausgeschlossen werden. Ich habe schon viele Schwangere mit Hashimoto-Thyreoiditis betreut. In der Regel stellt man auf ein TSH-Wert zwischen 0,3 und 1,0 ein. Alle Patientinnen mit einem deutlich niedrigen TSH haben die Schwangerschaft gut überstanden. Ich habe noch keinen einzigen Fall erlebt, wodurch ein niedriger TSH Wert durch die Therapie bei Hashimoto-Thyreoiditis ein Kind verloren gegangen ist.

      Dr. med. Reinhold Lunow

      • KathrinLucky sagt:

        Erstmal ganz vielen, lieben Dank, dass Sie mir so schnell geantwortet haben!!!!!

        Ich habe nun die Anweisung meiner Ärztin, trotz schlechtem Gefühl, befolgt und meine LT Dosis um 12,5 auf 100 LT reduziert. Die ersten zwei Tage waren noch 7n Ordnung aber ab dem 3. Tag ging es täglich bergab. Jetzt, nach einer Woche, fühle ich mich grausam. Als hötte ich Gripoe. Ich hab Herzrasen (hab eh immer nen relativ hohen Puls, der war unter einer höheren Dosierung aber wesentlich besser geworden).

        Ich wohne in der Nähe von Kassel, würde aber trotzdem gerne ihre Patientin werden. Aber ich frage mich, ob das aufgrund der Entfernung überhaupt sinnvoll ist. Ich kann zwecks Blutabnahme ja nicht alle paar Wochen kommen. Was meinen Sie dazu?

        • Die Dosierung des Thyroxins sollte sich in erster Linie an ihren Symptomen orientieren. Terminvergaben sind in diesem Blog nicht möglich. Dies geht ausschließlich über die Praxis. Mit der ausschließlichen Beurteilung von auswärtigen Blutbefunden und einer Therapiebegleitung ohne den Patienten persönlich gesehen zu haben, haben wir keine guten Erfahrungen gemacht. Wir behandeln deswegen die Patienten nur, wenn sie die Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis regelmäßig in die Praxis kommen.

          Dr. med. Christian Lunow

  • Renate G. sagt:

    Hallo Herr Dr. Lunow,
    ich habe seit über 20 J. Hashimoto, bin auf 50my eingestellt, Da sich an der re.Hand ein Tremor entwickelt hat wollte ich wissen, ob die Schilddrüse die Ursache sein könnte. Meine Ärztin reduzierte von 50 auf 25my L-Thyroxin und der Wert nach 8 Wochen war TSH =0,96 – ft3 = 2,35, ft4 = 13,6, TPO-Antik. 387. Ich fühlte mich schlecht.Wir entschieden für 37my L-Thyroxin. – nicht spürbar besser, Wert nach 6Wo. TSH 1,94, ft3 3,03, ft4 14,3 nun wieder auf 50my zurück nach 1/2 Jahr TSH 1,61 (keine Werte ft3 und 4) weiterhin Gewichtszunahme trotz Sport und moderate Lowcarb-Kost. Einzige Veränderung: Ich nehme zu der L-Thyroxin morgens die 200my Selen nicht mehr gleichzeitig ein, sondern erst am Abend. Wirkt bei mir zu viel Hormon oder zu wenig, reduzieren oder erhöhen. Was können Sie aus dem Verlauf ersehen …… Vielen herzlichen Dank für Ihre Einschätzung.

    • Ein einseitiger Tremor ist keine typische Nebenwirkung der Therapie mit Thyroxin. Ihr TSH ist mit 1,61 noch relativ hoch. Ich würde versuchen ihren auf Werte unter 1 (zwischen 0,3 und 1,0) einzustellen und die T4 Werte sollten zudem im oberen Normbereich sein. Letztendlich ist aber entscheidend, ob hierdurch auch ihre Symptome weniger werden.

      Dr. med. Reinhold Lunow

  • D.Nathan sagt:

    Hallo,
    ich habe den Verdacht, mein Sohn 11 , könnte so wie ich an Hashimoto leiden.
    Müssen die Werte, TSH, FT3 und FT4 auffällig sein, oder sind andere Werte wichtig? Könnte mein Sohnin Ihrer Praxis untersucht werden? Ich bin Patientin von Frau Denizot.
    Danke und mit freundlichenGrüßen
    D. Nathan

    • Töchter haben eine etwa 50%ige Chance, an Hashimoto-Thyreoiditis zu erkranken, wenn die Mutter dieser Erkrankung hat. Es ist nicht bekannt, wie häufig Söhne von an erkrankten Müttern betroffen sind.nach meiner Erfahrung, gehe ich von einer Häufigkeit von ca. 5% aus. Die Schilddrüsenwerte TSH, FT3 und fT4 könne normal sein. Zur weiteren Diagnostik sollte eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse durchgeführt werden, die ein typisches Befallmuster zeigt. Außerdem sind in den weitaus meisten Fällen auch die Schilddrüsenantikörper bei Hashimoto-Thyreoiditis erhöht. Wenn sie bereits Patientin bei uns sind, sollten Sie bei der Terminabsprache darauf hinweisen, dass sie ihren Sohn zur Abklärung bei Verdacht auf Hashimoto-Thyreoiditis mitbringen möchten.

      Dr. med. Reinhold Lunow

  • Durch eine Behandluing mit Thyroxin wird der Krankheitsverlauf nicht negativ beeinflusst. Ob eine Behandlung mit Hormonen sinnvoll ist, ist vor allen Dingen von Ihren Beschwerden abhängig.

    Dr. med. Reinhold Lunow