Interview mit Dr. Lunow zum Thema Hashimoto-Thyreoiditis

Das Interview mit Dr. med. Reinhold Lunow (Leiter des Schilddrüsenzentrums Praxisklinik Bornheim) informiert über die Ursachen und Symptome der autoimmunen Schilddrüsenentzündung und gibt Empfehlungen zur Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis.

Kategorien: Einführung

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45 Kommentare

  • Sunshine sagt:

    Sehr geehrter Dr. Lunow,

    1) ich habe mal eine Frage bezüglich der Vererbbarkeit von Hashimoto. Wenn die Mutter und ein eineiiger Zwilling Hashimoto mit TPO-Antikörpern haben, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der andere Zwilling auch Hashimoto bekommt?

    Dann noch eine Frage bzgl. zweier „Spezialfälle“.

    2)Wie sieht es mit jemandem aus, der eine manifeste Unterfunktion hat, die Sonografie unauffällig ist (also homogen und echonormal und nur ein einziges Mal TPO-Antikörper hatte, knapp über der Norm. Sonst immer negativ. Der Arzt meinte, es wäre kein Hashimoto. Aber was soll es dann sein?

    3) Noch ein Fall: die SD ist leicht inhomogen, zwischen 7 und 9 ml von verschiedenen Untersuchern gemessen, TPO und TG immer negativ. Ein einziges Mal, war der Tsh mitten in der Nacht bei 5,4 gemessen worden in Notaufnahme wegen Hochdruckkrise, dann war er immer im Normbereich unter 4,0. Auf die Frage hin, meinte der Arzt, dass die 5,4 entstanden sind wegen der Stressituation im KH. Außerdem würden wohl jetzt wieder neue Normbereiche zählen, die eben bei 4 liegen. Könnte eine Hochdruckkrise auch mit der SD zusammenhängen? – behandelnde Arzt meint nein. Sollte man die SD weiter beobachten?

    4) Kann man bezüglich der Schilddrüse Symptome von Sonnen- bzw. Hitzeempfindlichkeit haben mit Schwindel, Gangunsicherheiten und Schwäche. Letzter Tsh bei 2,65 (Norm 0,3-4,2), ft4 14,10 (Norm 12-22)?

    5) Mein Arzt wundert sich, dass ich immer leicht erhöhte diastolische Blutdruckwerte habe und kann sich das nicht erklären (Werte zwischen 95-105), könnte es auch hier einen Zusammenhang zwischen SD und diesen RR-WErten geben…aktuelle Werte waren wie bei 4) erwähnt.

    Vielen dank im Voraus für eine Beantwortung meiner Fragen. Leider kann sie mir sonst niemand wirklich für mich Zufriedenstellend beantworten.

    • Zu 1: Nahezu 100 %
      Zu 2: Wenn eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt, wird das Hashimoto-Thyreoiditis sein.
      Zu 3: Wenn Symptome einer Unterfunktion vorliegen, müsste man über eine Therapie nachdenken.
      Zu 4: Das kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Die Symptome können mannigfaltig sein, so ist es natürlich möglich, dass es mit der Schilddrüse zu tun hat.
      Zu 5: Bei einer manifesten Schilddrüsenunterfunktion ist der Blutdruck eher niedrig. Wenn Sie auf Dauer solche Blutdruckwerte haben, sollten Sie dies behandeln.

      Dr. Lunow

  • Johanna sagt:

    Sehr geehrter Dr.Lunow

    Ich brauche dringend Rat um meine Dosierung.
    Bei mir wurde Hashimoto vor 10 Jahren mit 32 diagnostiziert. Davor hatte ich seit meiner Jugend immer einen TSH um die 3,…. mit nur leichten Beschwerden. Vor 10 Jahren fing ich dann mit L thyroxin an wobei es mir dadurch immer schlechter ging , nach 3 Jahren und 15 kg mehr bestand ich zusätzlich auf Thybon . Damit ging es mir Anfangs besser und ich konnte mein Gewicht halten , aber meine Einstellung ging durch den erniedrigten TSH nicht mehr richtig voran weil die Ärzte sich nur auf den TSH aber nicht auf die freien Werte konzentrieren, egal ob Hausarzt Endo oder Nuklearmediziner.
    Meine Symptome wie Muskelschwäche, Muskelschmezen, Chronische Erschöpfung, Dauer Müdigkeit, Gedächtnis Probleme und Konzentrations Probleme werden ignoriert weil ich ja laut TSH in einer ÜF bin.

    Meine Werte:

    2013 (75 Novathyral)

    TSH 0,01
    ft3 2,80 Ref 1,90 – 5,10 28,12%
    ft4 1,00. Ref 0,90 – 1,70 12,50%

    2017(125 LThyroxin und 10 Thybon)

    TSH 0,02
    ft3 2,81 Ref 1,71-3,71 55%
    ft4 0,86 Ref 0,70-1,48 20,51%

    2019(150 L thyroxin und 10 Thybon )

    TSH 0,01

    ft3 3,10 Ref 2,00-4,40 45,83%
    ft4 1,44. Ref 0,93- 1,70 66,23%

    Mit der jetzigen Dosierung ging es die ersten paar Wochen besser dann wieder schlechter, was besser wurde sind meine starken Regelschmerzen die ich seit dem gar nicht mehr habe.

    Die Endokrinologin die die letzten Werte gemessen hat möchte das ich wieder auf 125 runter gehe und Thybon auf 5 reduziere ,was würden Sie mir empfehlen?
    Ich würde gerne versuchen die freien Werte in das obere Drittel zu bekommen um zu sehen ob es mir dann besser geht.

    Danke mit freundlichen Grüßen

    • Ein Versuch ist es alle Mal wert, die freien Werte in den oberen Bereich hoch zu dosieren. Sie sehen ja dann wie es Ihnen geht. Bei einer Einstellung in diesem Bereich muss aber auf über Funktionsfolgen geachtet werden. Zum Beispiel sollte das Herz und die Knochendichte regelmäßig untersucht werden.

      Dr. med. Lunow

  • E.R. sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Lunow!

    Bei mir sollen auch die Autoantikörper getestet werden. Da ich eine Gräserallergie habe, habe ich gestern das Medikament Cetrizin genommenen. Könnte das Einfluss auf die Laborwerte haben, sollte ich einige Tage bis zur Blutuntersuchung warten oder ist das nicht notwendig? Vielen Dank für Ihre Hilfe!

  • Katharina sagt:

    Sehr geehrter Dr. Lunow,

    heute habe ich den aktuellen Befund des Nuklearmediziniers erhalten. Folgendes steht drin:

    Indikation: Zustand nach latenter Hypothyreose zur Verlaufskontrolle

    Laborwerte:

    Tsh 3,61 mIU/l (0,27-4,2)
    ft3 5,69 pmol/l (3,9-6,7)
    ft4 15,7 pmol/l (12-22)

    Sonografie: normal große SD (rechts und links je 5ml). Links kommen mehrere kleine echoreiche Knoten zur Darstellung mit einer maximalen Ausdehnung von 3 mm.

    Beurteilung: normal große mikronodöse SD mit euthyreotoer Stoffwechsellage. Im Vergleich zur Voruntersuchung zeigt sich sonografisch keine wesentliche Änderung. Auch die klinische Symptomatik ist seitens der SD nicht erklärlich. Wir bitten jedoch weiterhin um regelmäßige laborchemische und sonografische Kontrollen.

    Zum Vergleich hier der Vorbefund von vor einem Jahr:

    Indikation: latente Hypothyreose zur Beurteilung und Therapieempfehlung (im Herbst 2017 wurde eine latente Hypothyreose festgestellt).

    Tsh 2,10 (0,27-4,2)
    ft3 5,58 (3,9-6,7)
    ft4 15,6 (12-22)
    TPO 11 (<34) – Achtung TG wurde beim Hausarzt nachbestimmt: dieser war auch negativ-

    Sonografie: normal große SD rechts 5,5 ml und links 4,5 ml). Das gesamte SD- Parenchym weist ein fleckiges Echomuster auf, wobei links mittig ein echoreicher Knoten mit einer Ausdehnung von 4x5x5 mm zur Darstellung kommt.

    Szintigrafie: Normal große SD in orthotoper Position mit homogener Traceranreicherung. Der Up-Take ist normal mit 1,2%.

    Da in meiner Familie mehrere Leute Hashimoto haben, wollte ich hier kurz nachfragen, ob irgendwas auf eine Hashimoto Thyreoiditis hinweist.

    Was bedeutet das mit "mikronodöser Schilddrüse"? Was ist ein fleckiges Parenchym? Zum Vergleich: ich war vor 2 Jahren auch schon mal bei einer Endokrinologin. Die sah ein "inhomogenes Parenchym als möglichen Ausdruck einer seronegativen Hashimoto".

    Was sagen sie zu den Befunden: ist es nun eine seronegative Hashimoto oder eine Schilddrüse die lauter kleine Knötchen hat? Ich verstehe das nicht.

    • Eine Schilddrüsenunterfunktion ist in der Regel durch Hashimoto bedingt. Ich könnte mir deshalb durchaus vorstellen, dass die beschriebenen sonographischen Veränderungen durch Hashimoto bedingt sind. Insofern würde ich eher der Endokrinologin Recht geben und von einer seronegativen Hashimoto ausgehen. Letztendlich ist aber nicht wichtig, ob Sie die Diagnose bestellt bekommen oder nicht. Wichtig ist, dass Sie sich wohl fühlen. Sollten Sie Symptome einer Unterfunktion der Schilddrüse haben, sollte Ihr TSH Wert auf einen Wert zwischen 0,3 und 1,0 eingestellt werden.

      Dr. med. Lunow

      • Katharina sagt:

        Sehr geehrter Dr. Lunow,

        danke für Ihre Antwort. Ich habe viele Symptome, aber bisher konnte mir niemand sagen, woher diese stammen. Könnte folgendes Symptome einer unterfunktion sein:

        Schwindel, Nackenverspannungen, aufsteigende Hitzewellen, Probleme Gewicht zu halten oder gar zu reduzieren, Erschöpfung, Müdigkeit, keine Belastbarkeit, Muskelschwäche, muskelschmerzen, nesselsucht, morgens Herzrasen.

        Vielen Dank für eine Antwort im voraus.

  • grete sagt:

    SEhr geehrter Herr Dr.Lunow,
    Ich befinde mich nach einem Jahr mit Novotyral, L Tyroxin in unterschidlichen Dosen und schweren Befindlichkeitsstörungen in einer Einstellungskrise.
    Im Augenblick nehme ich wieder L Tyroxin 125
    sublimiere alle nötigen mineralstoffe wie selen, eisen, omega, magnesium,ect.
    TSh 0,01
    t3 frei 3,66
    t4 frei 20,4
    ein endokrinologe empfahl mir 100 mg
    dies probierte ich für eine woche. es ging mir sehr schlecht, sehr müde, gewichtszunahme von 2 kilo, depressiv, gehirnnebel, konzentrationsmangel, kreislaufprobleme, traurigkeit. basaltempereatur von 35,2 am morgen im bett gemessen.
    nun nehme ich wieder 125 mg und bin wach und klar, fröhlich.
    basaltemperatur 36,2-4
    ich bin der meinung, eine konversationsstörung zu haben, oder warum meinen Sie, ist mein t4 so hoch im vergleich zu t3?

    herzliche grüße

  • Sabine sagt:

    Hallo Herr Dr. Lunow,

    mein Sohn, 15 Jahre hat die Diagnose Hashimoto. Er bekommt Vitamine, Mineralstoffe und L-Thyroxin 100.

    Kann es durch Schwankungen der Schilddrüsenhormone in der Pupertät zu Entwicklungsstörungen kommen und sollten die anderen Hormone zusätzlich überwacht werden?

    Ist es ggf. sinnvoll Enzyme zu geben, um die Entzündung einzudämmen?

    Jod ist essentiell und für die Umwandlung der Hormone wichtig. Sollte es deshalb regelmäßig eingenommen werden?

    Danke vorab, falls Sie mir bei meinen Fragen helfen können.

    • In erster Linie ist die Behandlung mit Thyroxin wichtig. Während der Pubertät kommt es häufig vor, dass die Dosis erhöht werden muss. Eine Behandlung mit Enzymen zur Entzündungshemmung ist nicht notwendig. Die Gabe von Jod bei Hashimoto ist umstritten. Ich würde keine zusätzliche Jodtabletten geben, aber Ihr Sohn braucht Fisch oder andere mit Jod angereicherten Nahrungsmittel nicht meiden.

      Dr. med. Reinhold Lunow

  • Die erhöhten Schilddrüsenantikörper zeigen, dass Sie eine Hashimoto-Thyreoiditis haben. Sie sollten zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse durchführen lassen. Aufgrund ihrer Symptome ist anzunehmen, dass Sie eine Therapie mit Thyroxin brauchen.
    Die Dosis des Thyroxins sollte sich dabei in erster Linie an dem Verschwinden der Symptome richten und in zweiter Linie erst an den Ergebnisse der Laborwerte.

    Dr. med. Christian Lunow

  • Anke sagt:

    Sehr geehrter Her Dr. Lunow,

    Meine Geschichte zieht sich über ca. 20 Jahre. Hier einige Eckpunkte
    – 1998 Feststellung von Morbus Basedow
    . 2000 Entfernung von ca 2/3 der Schilddrüse die nun Normalgröße von ca 3 cm hat.
    – seither eine Odyssee von einstellungsversuchen. L-Thyroxin 50-200 mal mit und mal ohne Prothyrid
    Ich war schon bei so vielen Ärzten, dass mich mittlerweile der Mut verlassen hat, und ich mich meiner Situation ergeben will.

    Nach einem Gespräch mit einer Bekannten, wurde mir klar, das ich mehr und unsere Symptome habe als das es bei Basedow üblich ist. Meine stimmten alle mit denen dieser Frau überein. Sie hat aber Hashimoto.
    Einschlaf-Probleme, Durchschlaf-Probleme, Gewichtszunahme bei normalem Essen und keine Möglichkeit auf normalem Weg (Sport Ernährung) abzunehmen, Mittlerweile habe ich insges. 40kg zugenommen. Gelenkschmerzen, Depressionen, Muskelschmerzen und schwäche, Luftnot, immer weiterkehrende Halsschmerzen (wie Entzündungs-Schmerz aber eher außen in Höhe der Drüse), Räuspern, Stimme geht weg, Schwindel… ich könnte die Liste noch wieter führen, aber spare es mir
    Zur Zeit nehmen ich T175 und fühle mich immer noch schlecht.
    Weiß mir keinen Rat mehr.
    Können Sie mir einen Rat geben?
    Liebe Grüße

    • Die Gewichtszunahme und die weiteren Symptome könnten zu einer Schilddrüsenunterfunktion passen. Allerdings ist die Dosis von 175 schon relativ hoch. Beim komplexen Krankheitsbild ist eine Beurteilung auf diesem Wege natürlich nicht möglich.

      Dr. med. Reinhold Lunow

  • Theresa sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Lunow,
    leider schreibe ich Ihnen aus großer Verzweiflung.

    Eine Hashimoto ist bei mir seit 2 Jahren bekannt. Bei einer betriebsärztlichen Untersuchung wurde zufällig bei mir ein erhöhter TSH-Wert festgestellt (6,24, fT4 1,1, fT3 2,5). Ich hatte die typischen Symptome einer Hypothyreose, habe sie aber zum damaligen Zeitpunkt mit der damaligen Stresssituation erklärt. Die Hausärztin verordnete L-Thyroxin 50 und wollte nach einem halben Jahr eine Kontrolle machen.
    Die Symptome besserten sich nicht und ich ging zum Endokrinologen. Der steigerte die Dosis kontinuierlich auf 125. Leider ging es mir darunter immer noch nicht besser. Die Symptome (Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Gewichtsprobleme ect.) wurden nicht besser (TSH war bei 2,8). Eine Aufdosierung wurde seitens des Facharztes abgelehnt. Daraufhin habe ich selbstständig das L-Thyroxin erhöht (25 mikrogramm alle 6 Wochen). Mit einer Dosis von 200 mikrogramm waren alle Symptome weg, ich fühlte mich wieder gesund.
    Nun habe ich im März eine Kontrolluntersuchung bei meiner Hausärztin bekommen: TSH von 0,01, fT3 und fT4 hoch aber im Referenzbereich. Daraufhin habe ich (weil mir seitens der Hausärztin eine „Hyperthyreose drohte“) das L-Thyroxin wieder reduzieren müssen. Nun nehme ich eine Dosis von 100 und habe wieder seit vier Monaten Verdauungsbeschwerden, Müdigkeit, Depression. Die heutige Blutuntersuchung ergab: TSH 4, fT3 4,9, fT4 12, Anti-TPO 155. Der neue Endokrinologe möchte nun einen „Auslassversuch“ machen, „weil die Werte ja jetzt im Normbereich sind“. Momentan halte ich (34 Jahre alt) mein Gewicht von 69 kg (vormals 56 kg) mit 1300 kcal am Tag.
    Macht es Sinn das L-Thyroxin wirklich abzusetzen?
    Macht eine Dosissteigerung des L-Thyroxin Sinn?

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe.

    • Wenn T3 und T4 noch im Normbereich waren, würde ich die Therapie weiterführen mit der Dosis, mit der Sie sich gut gefühlt haben, das kann auch 200 L-Thyroxin sein, auch wenn diese Dosis relativ hoch ist. Man weiß jedoch nicht, wie stark ihre Schilddrüsenunterfunktion ist und/oder ob Sie eine Resorptionsstörung für das Thyroxin haben.

      Dr. med. Christian Lunow

  • Anna sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Lunow,

    ich leide seit 11 Jahren an Hashimoto Thyreoiditis und nehme momentan L-Thyroxin 187,5 (aktuelle Werte: fT3: 2,60 pg/ml (Ref.:1.8-5.7); fT4 15.8 pg/ml) (Ref.: 8.0-18); TSH: 0.82 mU/l. Seit etwa 8 Wochen habe ich immer wieder Symptome der Unterzuckerung, weshalb ich bereits mehrmals in der Notaufnahme und schließlich 2 Wochen stationär im Krankenhaus war. Messungen ergaben, dass mein BZ etwa 3 Stunden nach der letzten Nahrungsaufnahme zu niedrig ist (67 mg/dl). Körperliche Anstrengung verschlimmert die Symptomatik. Ein oraler Glukosetoleranztest über 2 Stunden war unauffällig (nach 1 Std. BZ von 167, nach 2 Stunden 123). Eine Stoffwechselmessung ergab einen Kalorienverbauch von 2208 kcal (normal sind 1430 kcal). Die Ärzte im Krankenhaus vermuteten, dass mein Stoffwechsel aufgrund der hohen Dosis L-Thyroxin hochgefahren sei und rieten mir, die Dosis zu verringern. Mein Endokrinologe ist genau vom Gegenteil überzeugt. Er meint, dass die Dosis keine Auswirkungen auf die Unterzuckerungen bzw. den hohen Kalorienverbauch habe und empfahl, die Dosis beizubehalten, da meine Schilddrüse gut eingestellt sei. Ich weiß nicht, wem ich Glauben schenken soll. Da ich zudem eine stressbedingte chronische Gastritis habe, fällt es mir schwer, 2200 kcal am Tag zu essen. Können Sie mir sagen, ob die momentane Dosis wirklich keinen Einfluss auf meinen Stoffwechsel hat und ich einfach nur zu wenig esse? Bis vor einiger Zeit reichte es aus, alle 6 Stunden etwas zu essen ohne, dass ich Kreislaufprobleme bekommen habe. Ich kann mittlerweile nicht mehr arbeiten gehen, weil es mir so schlecht geht und sich alles nur noch darum, dreht, dass ich genügend esse. Würde eine Reduktion des L-Thyroxins in Kombination mit Thybon etwas bringen?

    Herzlichen Dank für Ihre Auskunft.

    • Es ist schwer zu sagen, ob die Thyroxindosis im Zusammenhang mit Ihrem rezidivierenden Unterzuckerung steht. Auf jeden Fall mal einen Versuch mit einer geringeren Thyroxindosis unternehmen. Letztendlich zählen die Symptome und Ihr Befinden und nicht die Laborwerte.

      Dr. med. Reinhold Lunow

  • Marcus sagt:

    Guten Tag Herr Dr. Lunow,

    bei mir wurde vor einigen Jahren Hashimoto diagnostiziert. Blutwerte werden regelmäßig kontrolliert und derzeit nehme ich L-Thyroxin 100. Seit einigen Jahren habe ich immer wieder Episoden mit Gelenkschmerzen, der Verdacht auf Rheuma hat sich aber nicht bestätigt.
    Mein TSH liegt derzeit bei knapp 1,3. T4 an der oberen Grenze und T3 an der unteren.
    Da meine Gelenkschmerzen nun seit knapp 5 Monaten dauerhaft sind und bisher keine Ursache festgestellt werden konnte, frage ich mich ob es am niedrigen T3 liegen könnte. Mein HA hält von dem T3 Wert nicht viel, seiner Meinung nach wird Hasimoto wie eine normale Unterfunktion behandelt. Eine Zweitmeinung von einem weiteren Allgemeinmedizin war identisch.
    Ebenfalls leide ich seit mehreren Jahren an einer nichtalkoholischen Fettleberhepatitis, eine Leberbiopsie brachte keinen Aufschluss über die Ursache meiner erhöhten Leberwerte. Bei 1,82m wiege ich ca. 86kg.

    Haben Sie eventuell einen Rat für mich und sehen Sie eventuell einen Zusammenhang meiner Beschwerden mit meinem Hashimoto?

    Danke und Gruß

    • Zunächst sollte sicher geklärt werden, ob Sie nicht an einer Begleiterkrankung der Hashimoto-Thyreoiditis leiden. Rheumatische Erkrankung sind nicht immer im Blut festzustellen. Hilfreich ist oft eine MRT-Untersuchung der Gelenke und ein 2 Phasen Knochenszintigramm.
      Da die meisten Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis fühlen sich bei einem TSH-Wert unter 1,0 am wohlsten da ist aber auch eine Dosiserhöhung indiziert. Wenn sie Glück haben, werden unter einer korrekten Einstellung ihrer Schilddrüsenwerte die Gelenkschmerzen weniger. Eine Schilddrüsenunterfunktion ist in der Regel immer durch eine Hashimoto-Thyreoiditis bedingt, seltene Ursachen sind vielleicht noch einer Schilddrüsenoperation. Insofern werden Schilddrüsenunterfunktion natürlich wie Hashimoto-Thyreoiditis behandelt. Der TSH-Wert bei Ihnen ist nicht optimal eingestellt.

      Dr. med. Reinhold Lunow

  • Heidi sagt:

    Guten Tag, Herr Dr. Lunow,

    vielen Dank für das Interview! 2012 wurde bei mir Hashimoto-Thyreoiditis festgestellt, leider erfuhr ich dies erst 2016, da mein alter Hausarzt die Diagnose nicht mitteilte und ich durch Zufall an eine Kopie kam.

    2012 wo ich noch etwa 91kg wog, kam ich Ende 2016 auf 124kg. mühselig nahm ich etwas ab und schwanke zwischen 114-118kg.
    Aktuell habe ich drei Knoten und eine Zyste die bei der letzten Untersuchung gefunden wurden. Anfangs war es nur ein Knoten bei der ersten Untersuchung 2014.
    Nun kommt eine Punktion im Juni auf mich zu und habe Angst, dass ich das gleiche Problem wie mein Vater habe. Er hatte scheinbar Krebs und wurde bestrahlt, da er bösartige Knoten hatte. Er verstarb im November 2017 an Blasenkrebs innerhalb wenige Tage nach der Diagnose. Leider sind mir kaum Informationen zum Gesundheitszustand meines Vaters weiter bekannt.

    Mein jetziger Hausarzt ist bei weitem besser. Seine Praxis wird er baldig schließen und in den Ruhestand gehen. Ich bin am Verzweifeln!
    Meine Symptome haben eine lange Liste:
    Gewichtszunahme
    Kälteempfindlichkeit
    Verspannungen
    Kopfschmerzen
    Haarverlust
    trockene Haut
    Verstopfung
    verminderte Libido
    Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
    Schuppenflechte (Kopf)
    extreme plötzliche Schwellungen im Gesicht
    Angstzustände

    L-Thyroxin Tabletten wurde nun von 50 auf 75 hoch gesetzt.
    Was können Sie mir unverbindlich Raten?

    Vielen Dank im Voraus!

    • Zunächst stellt sich die Frage, ob es sich wirklich um eine Schilddrüsenknoten handelt oder nicht um narbige Veränderungen als Folge der chronischen Schilddrüsenentzündung bei Hashimoto-Thyreoiditis. Diese narbigen Veränderungen sehen für unerfahrene Untersucher oft wie Schilddrüsenknoten aus. Man könnte eine sogenannte Mibi-Szintigraphie vornehmen lassen. Wenn diese Untersuchung in Ordnung ist, liegt mit relativ großer Wahrscheinlichkeit kein bösartiger Befund vor. Wenn die Mibi-Szintigraphie nicht in Ordnung ist, wäre eine Punktion des Knotens sinnvoll. Ich glaube nicht, dass die Schilddrüse Ihres Vaters wegen bösartiger Knoten bestrahlt wurde. Bösartige Knoten werden immer operiert und eine Radiojodtherapie als ergänzende Maßnahme durchgeführt. Ihre Symptome sprechen für eine nicht ausreichend behandelte Hashimoto-Thyreoiditis so gesehen ist die Erhöhung auf eine Dosis von 50 auf 75 aus meiner Sicht sinnvoll. Sie sollten die Blutwerte in 4-6 Wochen kontrollieren lassen und wenn die Symptome sich nicht entscheidend gebessert haben, über eine noch höhere Dosierung mit ihrem Arzt sprechen.

      Dr. med. Reinhold Lunow

  • lela sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Herr Lunow,

    ich habe meine Schilddrüsenwerte überprüfen lassen. Mein TSH-basal Wert liegt bei 0.98, der Anti-TG Wert bei 277 U/ml und der Anti-TPO Wert bei <15 U/ml. Meine Hausärztin sagt, das wäre eine leichte Hashimoto, ich müsste aber keine Medikamente nehmen, sondern nur regelmäßig die Werte kontrollieren. Ich bin etwas verunsichtert, was jetzt der richtige Weg ist. Beschwerden habe ich keine.

    Viele Grüße
    lela

  • Es ist zwar richtig, dass Symptome wie Nervosität und Herzklopfen eher zu einer Schilddrüsenüberfunktion passen würden, es kommt aber immer wieder zu sogenannten paradoxen Symptomen bei einer Schilddrüsenüberfunktion durch Hashimoto-Thyreoiditis. Man kann durchaus versuchen auch die geringe von 25 mg noch wegzulassen, um herauszubekommen, wie es Ihnen ohne Schilddrüsentherapie geht. Aus meiner Sicht ist die Wahrscheinlichkeit jedoch hoch, dass es Ihnen dann noch schlechter geht als jetzt. Sie sollten sich einen Arzt suchen, der Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit Hashimoto Thyreoiditis hat.

    Dr. med. Reinhold Lunow

  • Michael sagt:

    Guten Abend Herr Lunow,

    mich würde es interessieren, wie Sie als Arzt zu natürlichen Schilddrüsenhormonen stehen ? Vor allem bei Patienten, die keine Schilddrüse mehr haben. Ihre Meinung würde mich sehr interessieren. Sind Sie der Meinung das T4 als Monotherapie ausreicht oder befürworten Sie die Einnahme von zusätzlichem T3, T3, und T1 ?

    Schöne Grüsse
    Michael Ayed

    • In der Regel ist eine Therapie mit synthetisch hergestellten Thyroxin (T4) ausreichend. Dies gilt auch für Patienten denen die Schilddrüse komplett entfernt wurde.
      Konversionsstörung von T4 in T3 vorliegen, kann man zunächst versuchen durch die Gabe von Selen die T3 Werte zu verbessern. Möglich ist es auch zusätzlich zur Therapie mit T4 gleichzeitig T3 zu geben (zum Beispiel Thybon). Wir behandeln nur dann mit natürlichen Schilddrüsenhormonen, wenn wir die Patienten mit oben genannter Therapie nicht beschwerdefrei bekommen.

      Dr. med. Reinhold Lunow

  • Hashimoto-Thyreoiditis ist in manchen Fällen mit einer Begleiterkrankung verbunden.
    Sie sollten sich auf Begleiterkrankungen untersuchen lassen. Insbesondere eine Zoeliakie sollte ausgeschlossen werden, da Sie nur 48 kg wiegen und die anderen Symtome auch durch Zoeliakie bedingt sein könnten. Wenn der behandelnde Arzt zur Therapiekontrolle einer Hashimoto-Thyreoiditis lediglich den TSH-Wert bestimmt, sollten Sie darüber nachdenken,ob Sie sich nicht besser bei einem Arzt vorstellen, der sich mit dieser Erkrankung genauer befasst.

    Dr. med. Reinhold Lunow

  • Schm sagt:

    Guten Tag Herr Dr. Lunow,

    bei mir wurde 1985 eine Unterfunktion festgestellt und seitdem nehme ich Schilddrüsenmedikamente ein. Mein damaliger Hausarzt verordnete mir 10 Jahre Jodthyrox und 2009 wurde mir nach einer umfangreichen Untersuchung mitgeteilt, dass ich Hashomoto Thyreoditis hätte. Laut meinem jetzigen Hausarzt ist wohl nur noch ein Restvolumen vorhanden.In letzter Zeit schwanken meine Werte sehr stark und ich fühle mich auch nicht gut dabei.
    Juni 2016:
    TSH 4.460, FT3 2.8, FT4 1.38, es wurde von L-Thyrox 100 auf 125 erhöht,
    März 2017
    TSH 1.310, FT3 2.9, FT4 1.47, auf eigenen Wunsch erhöht von 125 auf 150
    Mai 2017
    TSH 0.270, FT3 3.4, FT4 1.71, Dosis bleibt bei 150
    August 2017
    TSH 0.063, FT3 3.5, FT4 2.17 lt. Hausarzt sollte ich sofort Medikamente absetzen für 6-8 Wochen.
    2 Wochen später
    TSH 7.640, FT3 1.4, FT4 0.67 jetzt nehme ich wieder L-Thyroxin 75.
    Da ich noch nie solche unterschiedlichen Werte hatte, bin ich momentan stark verunsichert. Dazu kommt, dass ich seit Jahren unter starkem Ohrrauschen, Pulsklopfen in beiden Ohren und Hörverlusten leide, mittlerweile 2 Hörgeräte habe und trotzdem nicht gut hören kann. Als ich jetzt 2 Wochen keine Schilddrüsenhormone genommen habe, konnte ich plötzlich wieder viel besser hören und das ganz starke Rauschen ging auf ein erträgliches Maß zurück. Bis jetzt hat noch kein Arzt darauf hingewiesen, dass das mit der Schilddrüse zusammenhängt. Das wäre halt Tinnitus! Ist eine Steigerung von 0 auf 75 eigentlich sinnvoll? Ich soll erst Mitte Oktober wieder zur Blutabnahme kommen. Ich bin nicht sehr belastbar, schlafe schlecht, habe erst 3 kg abgenommen und wieder zugenommen und bin kurzatmig.

    Vielen Dank im Voraus und freundliche Grüße

    Schm

    • Hashimoto Thyreoiditis Patienten sollten möglichst nicht mit Jod behandelt werden. Deshalb ist eine Umstellung von Jodthyrox auf reine Thyroxinpräparate sinnvoll.
      Ein TSH-Wert von 0,06 und nicht erhöhte T3 und T4 Werte ist im Prinzip eine gute Einstellung. Wenn Sie sich unter der Therapie mit 150 Thyroxin gut gefühlt haben, sprechen diese Werte nicht gegen eine Fortführung mit dieser Dosierung. Sie berichten aber davon, dass Sie unter der geringeren Thyroxindosis weniger Beschwerden von Seiten des Tinnitus hatten. So gesehen könnte eine Reduzierung der Thyroxindosis sinnvoll sein. L-Thyroxin 75 wird dabei eine zu geringe Dosis sein. Vorübergehend würde ich eine auf die Dosierung mit 125 probieren. Dabei sollte die Dosis in keinen geringeren Abständen als 4 Wochen geändert werden und die Dosissteigerung sollte nicht mehr als 25 Thyroxin betragen.

      Dr. med. Christian Lunow

  • Elbperle sagt:

    Dr. Lunow,

    lieben Dank für dieses Interview. Ich habe seit 4 Jahren eine diagnostizierte H.T.
    Vermutlich aber schon sehr viel länger, wenn ich über die letzten Jahrzehnte nachdenke. Auch ich bin immer auf der Recherche,wie viele andere Betroffene vermutlich auch.
    Ich leide extrem an Müdigkeit, Antriebslosgkeit und Stimmungsschwankungen-von komplettem Libidoverlust ganz zu schweigen-was die Beziehung brökeln lässt.
    Ich bin verzweifelt und traurig.
    Da ich aus dem Raum München komme und leider bislang mit den Ärzten nicht glücklich bin,weil alles als Burn out und „Jammern“ auf hohem Niveau abgestempelt wird, frage ich mich, ob ich mir bei Ihnen auch einen Termin machen kann?
    Gibt es auch einen stationären Aufenthalt bei Ihnen für Patienten die von weit her kommen und eine Diagnostik erst gestellt werden muss?
    Mit ganz lieben Grüßen

    • Symptome wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Stimmungsschwankungen sind typische Symptome für eine Hashimoto Thyreoiditis.
      Ärzte im Raum München, die sich mit Hashimoto-Thyreoiditis in spezieller Weise befassen sind mir zwar nicht bekannt. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass es nicht möglich ist, dort solche Ärzte zu finden.
      Wir sind eine Praxisklinik und keine Klinik. Stationäre Aufenthalte gibt es bei uns nicht. Termine können über diesem Blog nicht gemacht werden.

      Dr. med. Christian Lunow

  • Cansu sagt:

    Guten Tag,

    ich habe eine beginnende Hashimoto, aber weil noch nicht alle Werte außer Norm sind, meinte der Endokrinologe, dass ich mit den Tabletten noch nicht anfangen sollte.

    Nun habe ich hier gelesen, dass man im Frühstadium diese Krankheit eventuell heilen könnte. Auf bestimmten Seiten (jedoch nicht von richtigen Medizinern verfasst), habe ich auch schon über eine bestehende Möglichkeit der Heilung gelesen, jedoch hat sich mein Arzt gar nicht dazu geäußert.

    Was würden Sie raten? Was könnte man machen, um den Fortschritt dieser Krankheit zu stoppen?

    Ich bin zwar im Anfangstadium, doch mir machen die Symptome jetzt schon zu schaffen. Der Haarausfall wird immer extremer und die Antriebslosigkeit und die Müdigkeit hindern mich daran, für mein Examen zu lernen, weshalb ich immer mehr in eine depressive Stimmung verfalle.. Ein Teufelskreis… Ich hatte innerhalb von 2 Monaten auch zweimal eine Schlafparalyse, was wohl aich ein Symptom von Hashimoto sein könnte?! Diesen Zustand würde ich so gerne beenden, und sollte für mich noch Hoffnung bestehen, da ich im Frühstadium bin, dann muss ich die Chance ergreifen!

    Vielen Dank im Voraus

    Liebe Grüße

    Su

    • Eine Heilung im Frühstadium ist zwar immer wieder beschrieben worden, ich selber habe dies aber noch nicht erlebt. Wenn Sie aber Symptome haben wie Haarausfall, Antriebslosigkeit und Müdigkeit haben, würde ich auf jeden Fall mit einer Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis beginnen.

      Dr. med. Christian Lunow

  • Anna sagt:

    Guten Tag sehr geehrter Herr Dr. Lunow,
    Ich habe seit 2015 einen diagnostizierten Hashimoto und bin seit dem gut eingestellt. Aufgrund vieler Gründe hatte ich zwei Fehlgeburten im letzten Jahr im sehr frühen Stadium ( 5. Woche und 6. Woche).
    Jetzt bin ich wieder schwanger ( 5. Woche) und mein TSH liegt bei 2,9.
    Ist es sinnvoll meine L- Thyroxin Dosis von 100ug auf 125 anzuheben?
    Mein Internist ist sich unsicher und der Frauenarzt ist erst nächste Woche zu erreichen.
    Daher meine Frage an Sie.
    Halten sie eine Erhöhung für sinnvoll?

    Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen
    Anna

  • Daniela sagt:

    Guten Tag,
    vielen Dank für das informative Interview.
    Ich habe seit letztem Sommer starke Symptome entwickelt: Flush, Nesselsucht nach Duschen; Ödeme im Halsbereich (für mich am schlimmsten), Kreislaufbeschwerden, extreme Antriebsschwäche und Müdigkeit, aufgedunsenes Gesicht etc. Es war teilweise so schlimm, dass ich notärztlich aufgrund meines Ödems/Engegefühl im Hals mit Notfallmedikamenten (Cortison, Fenistil) behandelt werden musste. Ich und auch die Ärzte vermuteten Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Allergien weitestgehend ausgeschlossen). Nur fiehl mir auf, dass wenn es besonders heftig war, ich neben der Schwellung im Hals auch Flush am Hals (dort, wo SD liegt), Hautbrennen am Hals sowie eine Erhöhung des TSH aufwies und ich in dieser Phase Lebensmittel schlechter vertragen habe. Kann dies ein sogen. „Schub“ sein? Mir ging es meist über mehrere Tage bis Wochen schlecht; insbesondere auch bei Wetterwechsel und Stress. Ich habe aufgrund dessen sehr häufig Cortison u. Fenistil und weitere Antihistaminika eingenommen und hatte das Gefühl, dass mein Stoffwechsel nicht mehr richtig funktioniert hat. In Notfallsituationen war mein TSH 4,5 und 5,5. Ansonsten immer im 2-3er Bereich. Mein Hausarzt hatte mir letzten Sommer/Herbst LT von Henning (25mg) verschrieben, welches ich gar nicht nicht vertragen hatte und nach wenigen Tagen wieder absetzen musste. Danach war es noch schlimmer. Als ich dann im Frühjahr bei einer Endokrinologin vorstellig wurde und sie mich umfassend in alle Richtungen untersucht hatte, um ernste Erkrankungen auszuschließen, wurde eine LT-Gabe von zunächst nur 25mg von einem anderen Hersteller (Euthyrox) vereinbart. Es hat nicht lange gedauert und mir ging es bedeutend besser. Ich bin wieder leistungsfähig, komme sehr gut durch den Tag, auch sind die „schweren Reaktionen“ nicht mehr vorhanden, wobei ich in gewissen Phasen schon noch phasenweise Symptome (Nesselsucht nach Duschen, Hautbrennen, leichtes Engegefühl im Hals etc. habe). Antikörper waren okay und SD im Ultraschall viel zu klein, ansonsten okay (kein Leopardenmuster). Ich habe seit Beginn der Symptome das Gefühl, dass mir glutenhaltige Produkte, Backtriebmittel und auch zu starker Kaffee nicht mehr bekommen.

    Nun meine Frage. Kann es sein, dass es einen Zusammenhang zwischen Ödembildung im Hals/Engegefühl, Lebensmittel/Wetter/Stress und SD gibt, die derart heftige Symptome aufweisen?

    Vielen Dank im Voraus.
    Beste Grüße,
    Daniela

    • Daniela sagt:

      Eine kleine Ergänzung. Vitamin-D-Wert war letzten Sommer bei 14, bis zum Herbst dann auf 44 aufgefüllt. Starke Symptome gingen bis Frühjahr. Einige Symptome, wie bereits erwähnt mehr o. minder noch auftretend. Fast weg ist die Antriebsschwäche/Müdigkeit (wieder belastbar).

      • Bei Autoimmunerkrankung ist ein Vitamin-D-Spiegel von 40 anzustreben. Die Symptome bei Hashimoto-Thyreoiditis verschwinden im Rahmen der Thyroxin Therapie nicht gleichzeitig. Typischerweise wird zunächst Müdigkeit, Antriebsschwäche und Konzentrationsstörungen gebessert Gewichts-,Haut-,Gelenk- Haarprobleme werden erst nicht selten erst später besser.

        Dr. med. Reinhold Lunow

    • Die von Ihnen beschriebenen Symptome sind nicht typisch für eine Hashimoto-Thyreoiditis. Wenn Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien ausgeschlossen sind sollte über eine sogenannte pseudoallergische Reaktion nachgedacht werden. TSH Werte von 4,5-5,5 sind bei Hashimoto-Thyreoiditis sicherlich zu hoch. Wenn aber ihres Drüsenantikörper nicht hoch sind und sie keine typische Struktur im Ultraschall haben. Ist Diagnose Hashimoto überhaupt gesichert?
      Es gibt Ernährungsberater oder Allergologen, die sich speziell mit Pseudoallergien befassen.

      Dr. med. Reinhold Lunow

  • Steffi sagt:

    Guten Morgen,
    nachdem ich gestern eine Sendung gesehen habe in der es um die Hashimoto Erkrankung ging, frage ich mich ob diese auch bei mir vorliegt.
    Seit Jahren liegen bei mir erhöhte Fettwerte vor die ich mir nie erklären konnte. Mein Gewicht stieg in den letzten Jahren von 60 auf nun 67 Kilo bei eigentlich recht gesunder Ernährung. Vor etwa 1,5 Jahren kam dann starkes Schwitzen und Durchfall hinzu. Eine Magen-/Darmspiegelung zeigte keine Auffälligkeit. Letztes Jahr hatte ich auch eine Phase in der ich total Antriebslos war. Das ist momentan allerdings wieder ok. Desweiteren stelle ich seit den Schwangerschaften fest das ich unter Gedächtnisstörungen leide und mein Zyklus extrem lange dauert, teilweise bis 60 Tage. Libidoverlust und das meine Finger mir einschlafen sind ebenso Symptome die ich habe.
    Meine TAK Werte lagen im März bei 413,6 und nach verzicht auf jodierte Speisen bei 277.7. Sono war lt. Hausarzt unauffällig. Die anderen Schildrüsenwerte waren unauffällig.
    Wozu können sie mir raten?
    Freundliche Grüße
    Steffi Peters

    • Da die Schilddrüsenantikörper bei Ihnen deutlich erhöht sind, ist davon auszugehen, dass sie einer Hashimoto-Thyreoiditis haben. Auch die Symptome sprechen für diese Autoimmunerkrankung der Schilddrüse.
      Es kommt durchaus vor, dass bei Hashimoto Thyreoiditis die Ultraschalluntersuchung keine typischen Veränderungen zeigt. Auch dass sie anderen Schilddrüsenwerte im Normbereich sind, ist kein Gegenbeweis für die Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis.

      Dr. med. Reinhold Lunow